Paula hat einen ganz speziellen Freund. Einen großen Löwen.
Aber sie steht vor einem Problem. Mama und Papa wollen über das Wochenende verreisen und deswegen kommt Oma zu Besuch, um auf Paula aufzupassen.
Da aber Großmütter auf Löwen meistens ein wenig empfindlich reagieren, versucht Paula mit allen Mitteln ihren Löwen vor Oma zu verbergen.
Meine Twins lieben diese Geschichte und wenn ich sie nicht vorlessen muss, dann sitzt immer eines der Mädchen oder beide zusammen über dem Buch und blättern darin!
Beate Widmann von der Buchhandlung Dombrowsky hat mir dieses tolle Buch empfohlen. Vielen Dank!
Atlantis Verlag, 2014/ Helen Stephens (Text und Bilder)/ Deutsche Übersetzung Seraina Staub
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt ein 600 Seiten langes Buch auf 2 Tage gelesen – ja regelrecht inhaliert habe. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Auf Instagram herrscht ein regelrechter Hype um dieses Buch und ich war zu Anfang skeptisch, aber ich habe mich gern eines Besseren belehren lassen. Die Optimisten von Rebecca Makkai ist eines der ganz großen Bücher in dieser Jahreshälfte.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Die Erste im Chicago der 80er Jahre, wo es zu immer mehr Todesfällen durch einen unheilbaren Virus, insbesondere in der Schwulenszene kommt. Der junge Yale Tishman (Spendensammler einer Galerie und kunstaffin) lebt mit seinem Partner Charlie (Herausgeber eines Magazins) zusammen.
Schon bald hat das HI-Virus auch seinen Freundeskreis erreicht. Es gibt keine Behandlung, es gibt kein Heilmittel. Ganz Boystown steckt in der Krise und Yale erfährt von einem erkrankten Freund nach dem anderen. Während einige es nicht wahrhaben wollen, sich in ihrer sexuellen Freiheit nicht einschränken möchten, sind andere voller Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauern und ein Heilmittel gegen Aids gefunden werden kann.
„…was mich mitnimmt, ist, dass ich einunddreißig bin und meine Freunde einer nach dem anderen krepieren.„
Yale Tishman
Während Yale einen großen Deal abwickelt – die Schenkung einiger unbekannter Werke der betagten Sammlerin Nora, wird er von Charlie betrogen, der sich auf diesem Weg mit HIV infiziert. Die beiden trennen sich und kurze Zeit darauf, wird auch Yale positiv getestet.
Die zweite Zeitebene spielt im Jahr 2015. Fiona, die Schwester von Nico, einem der bereits verstorbenen Boys aus Yale’s Clique, ist auf dem Weg nach Frankreich. Sie ist in Paris auf der Suche nach ihrer Tochter, die einer Sekte verfallen zu sein scheint. Während ein Detektiv in ihrem Auftrag erste Erfolge bei der Suche verzeichnet, verbringt Fiona viel Zeit mit dem schwulen Fotografen Richard Campo, in dessen Wohnung sie während ihres Aufenthalts eine Bleibe gefunden hat und der ebenfalls mit den Jungs befreundet war. Dies rüttelt so einige Erinnerungen wach.
„Das ist der Unterschied zwischen Optimismus und Naivität. Keiner hier im Raum ist naiv. Naive Menschen haben noch keine echte Prüfung hinter sich, deshalb meinen sie, ihnen könnte nichts passieren. Optimisten wie wir haben schon etwas durchgemacht und stehen trotzdem jeden Tag auf, weil wir glauben, wir könnten verhindern, dass es noch einmal passiert. Oder wir tricksen uns einfach aus, um das zu glauben.„
Cecily Pearce
Die Optimisten hat mich auf so vielen Ebenen angesprochen. Ich war von Anfang an in der Story drin und habe Seite für Seite mitgefiebert und mitgelitten. Ein wahrer Pageturner. Man spürt die Hilflosigkeit und die Angst, aber auch die Hoffnung der Jungs, dass doch noch alles gut werden könnte.
Die im Buch erwähnte Schwulenbewegung und das Engagement der Homosexuellen für ihr Recht auf medizinische Versorgung, hat mich gleich an mehrere Dinge erinnert.
Woran ich dachte war der Film „The Normal Heart“ …ein Film, über den Beginn der HIV Epidemie in New York Anfang der 80er Jahre. Journalist Ned (Mark Ruffalo) kämpft für Aufklärung, gegen Diskriminierung und für die Unterstützung des Bürgermeisters für die Schwulencommunity, da eine unbekannte Krebsart um sich greift.
Und dann musste ich an einen homosexuellen Kollegen von mir denken. Ich habe eine zeitlang mit ihm zusammen gearbeitet. Wir waren nicht direkt Freunde, aber wir verstanden uns sehr gut und hatten immer viel Spaß zusammen in der Arbeit. Dies ist schon lange her. Er ist HIV positiv und es gibt die ein oder andere Parallele zu der Figur des Yale Tishman. Das hat mich stark betroffen.
Ich bin froh, dass er heute über die nötigen Medikamente verfügen und ein normales Leben führen kann. Er lebt sehr glücklich mit seinem Ehemann zusammen.
Ein fabelhaftes Buch. Die 600 Seiten lohnen sich definitiv. Ganz klare Leseempfehlung!
Dieses Buch ist der absolute Wahnsinn! Was für ein krasses Debüt von Nana Kwame Adjei-Brenyah!
Friday Black beinhaltet 12 Short Stories, die sich mit alltäglichen Dingen auseinandersetzt, mit denen sich junge Schwarze im heutigen Amerika tagtäglich konfrontiert sehen.
Ich bin so geflasht von dem Buch, dass ich gleich ein paar IG Videos gemacht habe. Diese findet ihr auf meinem Instagram – Blog. Schaut mal rein! https://instagram.com/books.and.twins?r=nametag
Und bitte, bitte lest dieses Buch! Es ist einfach mitreißend, verstörend und genial.
Neben Native Son (Richard Wright) und Gnade (Toni Morrison) ist es eines der besten Bücher, die ich über Rassismus, Gewalt und Ungerechtigkeit gegenüber der schwarzen Bevölkerung gelesen habe. Pflichtlektüre!
Was soll ich sagen – wieder einmal hat Martin Suter abgeliefert.
„Der letzte Weynfeldt“ stand schon sehr lange auf meiner Prioritäten-Bücher-Liste und lag seit der #fbm19 auf meiner SuB.
In dem Roman schreibt Suter über Adrian Weynfeldt, Kunstexperte, Single, zufrieden-unglücklicher Gentleman. Er ist ein Muttersöhnchen mittleren Alters, pflegt diverse Freundschaften, auch wenn er hauptsächlich von diesen ausgenutzt wird, worüber er sich sogar noch im Klaren ist.
Eines Abends trifft er Lorena in einer Bar. Sie ist schön, clever und verdreht ihm natürlich den Kopf. Sie bringt seine Welt völlig durcheinander und ihn mehr in Schwierigkeiten, als er es je für möglich gehalten hat.
Das Buch ist ein gewohnt intelligenter und spannender Suter. Der Autor zeigt hier wieder einmal wie klug und sympathisch er seine Hauptfigur und alles drum herum kreiert.
Man ist sofort gefesselt, die Geschichte fließt in einem angenehmen Tempo. Martin Suter schreibt fantastische Sätze, die zwar schlicht sind aber sehr viel Spaß machen.
Nach „Die Zeit, Die Zeit“ ist wohl „Der letzte Weynfeldt“ mein zweitliebster Suter-Roman.
Liliya Dimowa: Unter dem Faschismus die ersten Krabbelversuche gemacht, unter dem Kommunismus laufen gelernt und unter einer unfähigen demokratisch gewählten Regierung das stilvolle Hinken. War das als Zusammenfassung ihres Lebens genug? Für ihren Geschmack schon.
Das Leben, von unten gesehen
Was für ein hammermäßig gelungenes Buch! Es ist durch und durch grandios!
Dimitri Verhulst hat hier einen mega Coup hingelegt.
Die Geschichte handelt von der Witwe Liliya, die in Sofia (Bulgarien) lebt, Literatur liebt und in ihrem Mann die große Liebe gefunden hat.
Sie führen ein buntes, lasterhaftes Leben welches Liliya auch nach dem Tod ihres Mannes Anton so weiterlebt. Sie ist Muse in der Kunst, vielfache Geliebte und zelebriert ihren Hass auf einen Möchtegern-Schriftsteller/ Nobelpreisträger, indem sie sich mit seinen Werken anstatt mit Toilettenpapier den Hintern abwischt.
Der Autor beschreibt hier auch ein Stück Geschichte indem er schonungslos und mit bissigem Humor dem Kommunismus in solch unverwechselbarer Weise eine vor den Latz knallt. Toll!
Insbesondere wenn man selbst oder die eigene Familie zu solchen Zeiten gelebt hat, kann man wirklich darüber staunen und schmunzeln, wie genial er dem damaligen Regime die Maske herunterreisst und es bloßstellt.
Unbedingt lesen! Kurz und knackig – einfach klasse!
Am Anfang war ich total motiviert und wollte es unbedingt lesen. Der Klappentext ließ mich aufhorchen und ich habe mich wirklich angesprochen gefühlt.
Umso enttäuschter bin ich jetzt, da ich einfach überhaupt keine Lust mehr habe weiterzulesen. Die Geschichte ödet mich richtig an. Es wird beschrieben, erzählt, gesagt, diskutiert und und und…aber es passiert eigentlich nichts.
Diese angeblich großartige Liebesgeschichte wird durch die Ich-Erzählerin Heddi erzählt und immer mal wieder gibt es zwischendrin dann den aktuellen E-Mail-Verkehr zwischen ihr und Pietro aus der Gegenwart. Man liest also heraus, dass es einen Bruch zwischen beiden gab.
Allerdings verlässt mich leider das Interesse an den genauen Umständen auf Grund der vielen Beschreibungen der Wohnungen, des Vesuvs, des spanischen Viertels, Neapels und was weiß ich noch alles…
…okay – ich bin ein wenig zynisch, aber ich habe nichts gegen eine gut erzählte Liebesgeschichte.
Diese finde ich hier persönlich nicht.
Ich habe das Lesezeichen im Buch gelassen. Bis Seite 310 von 540 habe ich es geschafft. Vielleicht finde ich noch einmal die Motivation es zu Ende zu bringen. Ich glaube aber eher nicht.
In den Roaring Twenties galt Zelda Fitzgerald als Inbegriff der modernen Frau. An der Seite des gefeierten Autors F. Scott Fitzgerald war sie bei jeder Party dabei – eine Schönheit mit Bubikopf und Charleston-Kleid.
Diogenes, Klappentext
Ein Walzer für mich von Zelda Fitzgerald wurde als No. 15 in unserer Diogenes Backlistlesen – Gruppe gewählt.
Das Buch ist in vier Teile unterteilt. Der Einstieg fiel mir persönlich nicht so schwer und ich kam auch gut mit was die Charaktere betraf, allerdings fand ich den ersten Teil am schlechtesten. Man muss schon ein wenig durchhalten. Es war alles recht exzessiv und ein richtiges Hin und Her. Stellenweise konnte es einem die Lust am Weiterlesen verderben. Hier stimme ich mit einem der anderen Leser überein, dass das manch andere wohl an dieser Stelle zum Abbrechen bewegen würde. Ich habe selbst ebenfalls kurzzeitig daran gedacht es aufzugeben.
Ab dem zweiten Teil ging es dann aber bergauf für mich. Die Geschichte war nicht mehr ganz so konfus. Die Hektik, die mich zu Anfang wirklich abschreckte, ist dann den leidenschaftlichen Beschreibungen der Autorin gewichen.
Zelda schreibt wortgewaltig und mit sehr vielen Adjektiven. Sie erzählt ihre Autobiografie in starken Metaphern und zeigt in ihrer Geschichte einen beachtlichen Willen sich aus dem Schattendasein als Ehefrau und Mutter zu befreien. Auch wenn sie das typische „flapper girl“ war, fand ich ihren Mut sich gegen gesellschaftliche Konventionen aufzulehnen enorm.
Ihre Erzählweise war so detailverliebt und pittoresk, dass ich alles leicht vor meinem inneren Auge sehen konnte. Manchmal schien es mir aber, als würde sich Fitzgerald in den Ausschweifungen verlieren und ich habe mich gefragt, was sie dem Leser eigentlich vermitteln möchte.
Nichtsdestotrotz hatte ich nicht den Eindruck meine Zeit verschwendet zu haben. Inhaltlich wird es noch interessanter, wenn man sich ein wenig mit dem Leben der Autorin auseinandersetzt.
Fazit: Etwas Geduld aufbringen und sich an den turbulenten Begebenheiten im Leben der Zelda Fitzgerald erfreuen.