Hervorgehoben

Paulina/ Reader/ Twinmom

​Ich bin seit jeher passionierte Leserin und möchte andere ebenfalls dafür begeistern.

In diesem Blog geht es sowohl um Erwachsenen- als auch um Kinderliteratur. Frühkindliche Leseförderung ist mir ein persönliches Anliegen und eine Herzensangelegenheit.

Vor allem heutzutage, da es immer hektischer wird und kaum jemand Zeit findet, ist es von unschätzbarem Wert den Kindern von kleinauf vorzulesen.

Für Fragen oder Anregungen, schreibt mir gerne eine Nachricht!

Vielen Dank und viel Spaß!

– Carnival –

Philipp Winkler

„Wisst ihr, vielleicht waren die Unterschiede zwischen uns gar nicht mal so groß. Wie viele von euch haben auch wir uns über unsere Arbeit definiert. Wir haben vielleicht nicht die Welt verändert, wenn wir euch einen Hotdog in die Hand drückten oder euch in der Geisterbahn den Angstschweiß ins Gesicht trieben, aber könnt ihr von euch behaupten, die Welt zu einem besseren Ort gemacht zu haben? Darum ging’s uns nicht. Uns ging’s darum, dass ihr für einen Sonntag eure Sorgen und den Alltag daheim lassen konntet.“

Ein nostalgischer Blick auf die fast vergessene Lebensart der Schausteller, Budenbesitzer und Kirmser.

Kurz und knackig mit 100 Seiten. Für mich persönlich war es etwas zu knapp – hat mich nicht so recht abgeholt.

– Herzfaden –

Thomas Hettche

In diesem Roman geht es um nichts geringeres als die Geschichte der Augsburger Puppenkiste, die Familie Oehmichen, die diese ins Leben gerufen hat und um Fantasie, Märchenwelten, sowie dem Erhalt von Kultur auch in dunkelsten Zeiten.

Alles spielt sich auf zwei Zeitebenen ab. In der roten Ebene erzählt Hannelore, genannt Hatü, einem kleinen Mädchen ihre Lebensgeschichte inmitten sämtlicher geschnitzter Puppen auf dem Dachboden. Hatü ist die Tochter von Walter Oehmichen, der das bekannte Puppentheater ins Leben gerufen hat.

In der blauen Ebene erfahren von den Jugendjahren Hatüs im zweiten Weltkrieg. Wie sie die Schnitzkunst erlernte, wie der Krieg Armut und Leid mit sich brachte, bergeweise Tote und ein unverzeihliches Verbrechen an der Menschheit.

Überraschenderweise wird der zweite Weltkrieg und der Holocaust nur am Rande mit eingeflochten, doch es überkommen einen immer wieder Schauer, wenn sich Hatü über die unsagbare Schuld und Tragweite der Geschehnisse gewahr wird.

Es ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion.

Hettche kommentiert selbst:  „Personen und Ereignisse, die darin vorkommen, hat es wirklich gegeben, und sind doch erfunden.“

Es kommt alles darin vor: Freude, Kummer, Märchen,  Klassiker wie der kleine Prinz…ganz wundervoll!

Ich habe dieses Buch an einem Tag gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen und wird mich auch noch eine ganze Weile beschäftigen. Ich bin gespannt, wie es sich im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2020 macht.

– Heimkehren –

Yaa Gyasi

„Weiße haben eine Wahl. Sie können sich ihre Arbeit, ihre Wohnungen aussuchen. Sie zeugen schwarze Babys und lösen sich in Luft auf, als hätte es sie nie gegeben, als hätten sich die schwarzen Frauen, mit denen sie geschlafen oder die sie vergewaltigt haben, auf sie draufgesetzt, damit sie schwanger werden. Weiße Männer entscheiden auch für schwarze Männer. Früher haben sie sie verkauft, jetzt werfen sie sie nur ins Gefängnis wie meinen Vater, und sie können nicht bei ihren Kindern sein.“

Die Handlung erstreckt sich beginnend im Ghana des 18. Jahrhunderts über gut 200 Jahre einer Familie und deren Schicksalen, bis hin in die Gegenwart.

Zwei Schwestern, die sich niemals begegnen werden, führen ganz unterschiedliche Leben. Effia wird mit einem britischen Sklavenhändler verheiratet, wohingegen Esi in die Sklaverei verkauft und nach Amerika verschifft wird.

In eigenen Episoden erfahren wir ihre Geschichten und die ihrer Nachfahren. Diese schockierenden und  schrecklichen Erlebnisse von Folter und Flucht, ihren Schicksalsschläge zu lesen ist nicht immer leicht und lässt einen so schnell nicht mehr los. Rassismus hat eine lange Geschichte und Yaa Gyasi ist hier ein sehr gutes Buch gelungen, welches sich mit der Entwurzelung und dem systematischen Raub von Menschenwürde beschäftigt. Ein ganz großartiger Generationenroman, durchdrungen von wichtigen Themen wie Kolonialismus, Identität, Herkunft und Sklaverei.

An vielen Stellen überkam mich eine Wut und Traurigkeit, dass wir heute scheinbar oftmals nicht viel weiter gekommen sind und es nahezu ständig zu Rassismus kommt in unserer angeblich so aufgeklärten Gesellschaft. Aber ich kann nur hoffen, dass Bücher wie „Heimkehren“ anderen die Augen öffnen und Menschen zum Umdenken bewegen.

– Eine Frau in New York –

Vivian Gornick

Eine Freundin liest, was ich geschrieben habe, und erklärt mir beim Kaffee: „Du romantisierst die Straße. Weißt du nicht, dass New York fünfundsiebzig Prozent seiner Produktionsstätten verloren hat?“ Im Geiste sehe ich all den Frauen und Männern ins Gesicht, mit denen ich jeden Tag zu tun habe. Hey, Leute, sage ich lautlos zu ihnen, habt ihr gehört, was meine Freundin gerade gesagt hat? Die Stadt ist dem Untergang geweiht, die Mittelschicht hat New York verlassen, die Konzerne sind nach Texas, Jersey oder Taiwan gezogen. Ihr seid erledigt, am Arsch, es ist vorbei. Wie kann es sein, dass ihr noch immer auf der Straße seid? In New York geht es nicht um Jobs, sondern um Temperament, antworten sie. Die meisten Leute sind in New York, weil sie Beweise für die Ausdrucksfähigkeit der Menschheit brauchen – und zwar massenhaft. Nicht dann und wann, sondern jeden Tag. Sie brauchen das. Diejenigen, die in kontrollierbare Städte abwandern, kommen auch ohne sie aus, diejenigen, die es nach New York zieht, nicht. Oder vielleicht sollte ich besser sagen, -ich- komme ohne sie nicht aus.

Ein ganz fabelhaftes Buch, aber ob es auch für die breite Masse geeignet ist, ist die Frage.

Vivian Gornick erzählt in einer Art Schwelgen in Erinnerungen und Selbstgesprächen beim Spazieren durch New York über New York.

Ein wehmütiger und sehr nachdenklicher Ton streift mit ihr durch die Straßen des Big Apple. Ich empfand diese Erzählweise aber keineswegs als trocken oder langweilig, sondern habe Gornick sehr gerne begleitet, während sie mit reicher Beobachtungsgabe die Menschen, die Stadt und ihre Erlebnisse schildert.

Es geht um Veränderungen, Stimmungen und Seelenlage einer Millionenmetropole – all das mit autobiografischer Note.

Atmosphärisch, symphatisch und voller Lebensfreude.

– Herzklappen von Johnson&Johnson –

Valerie Fritsch

„Herzklappen von Johnson&Johnson“ war eines DER Bücher, welches ich unbedingt lesen wollte. Als es dann auch noch auf die Longlist gewählt wurde, war ich umso gespannter darauf.

Zuerst einmal kurz zum Inhalt:

Es geht um Schmerz, Krieg, das Leben. Es geht um Alma, deren Großvater im zweiten Weltkrieg  zum Mörder wurde und später in der Kriegsgefangenschaft landete, sich aber weitgehend darüber ausschweigt, obwohl dieser Teil der Familiengeschichte die Familie prägt und seine seelischen Probleme mit sich zieht.

Später dann, erfahren wir wie Alma ihren Mann Friedrich kennenlernt und mit ihm eine Familie gründet. Sie bekommen einen Sohn, Emil, der durch einen Gendefekt ausgelöst keinerlei Schmerz empfinden kann.

Ich bin wirklich gespalten wenn es um diesen Roman geht. Da ist einerseits die wundervoll poetische Sprache und dichte Erzählweise, doch andererseits so viele lose Enden, die irgendwie nicht zu einer Geschichte verschmelzen.

Der schweigende Großvater, der letztendlich künstliche Herzklappen von Johnson&Johnson benötigt, weil sein eigenes Herz unter der Last seiner Kriegsverbrechen gebrochen ist und hierzu der krasse Gegensatz mit Emils Erkrankung, durch die er Schmerzen nicht empfinden kann und so ständig selbst Verletzungen davon trägt. Dann Alma, die irgendwie zwischen allen Generationen steht und mit ihren eigenen Wahrnehmungen und Gefühlen zurechtkommen muss.

Dieser Zwiespalt hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen. Denn obwohl ich die Idee und Sprache wirklich genossen habe, blieb doch das Gefühl, dass irgendwas fehlte.

Dieser Roman von Valerie Fritsch hat mich emotional nicht so richtig gepackt, aber er wirkt definitiv nach.

– Goldene Jahre –

Arno Camenisch

„Goldene Jahre“ von Arno Camenisch ist nominiert für den deutschen Buchpreis 2020.

Das giftgrüne Cover polarisiert und man kommt schwer an diesem kleinen Buch des schweizerischen Autors vorbei.

Die Handlung dreht sich um einen Kiosk, der über 50 Jahre der Dreh- und Angelpunkt eines kleinen Dorfes ist. Die Protagonistinnen Margrit und Rosa-Maria erzählen im saloppen Ton von ihren Erinnerungen und Erlebnissen, von Liebe, Betrug und Lifestyle im Wandel der Zeit.

Für mich war es sprachlich eine Herausforderung und gewöhnungsbedürftig, aber dennoch übt es eine gewisse Faszination aus.

Dorfklatsch gemischt mit historischen Ereignissen und aktuellen Themen wie Landflucht. Man darf gespannt sein, wie sich dieses spezielle Buch im Rennen um den diesjährigen Buchpreis macht!

– Stiftunglesen Kinderbücher –

Ullmann Medien GmbH

Wenn die Oma einmal losgelassen…

Stiftunglesen hat meiner Meinung nach eine Menge toller Bücher für Alltag und Spaß unterstützt!

Schöne Vorlesegeschichten und tolle Illustrationen. Empfehlung ab 3 Jahren

Es sind feste Pappbücher, insofern können natürlich auch schon etwas jüngere Kinder ebenso gut die Bilder anschauen und vieles entdecken.

Super Kinderbuch – Easter Egg: Am Ende der Bücher gibt es ein dazugehörendes Entdeckerquiz mit Klappen. Hinter diesen werden Fragen zum Inhalt gestellt um zu prüfen wie aufmerksam die Zuhörer gelauscht haben.

Ganz große Empfehlung!

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