– Der Wassertänzer –

Ta-Nehisi Coates

Es gibt diese Art Bücher, für die man Zeit zum Lesen benötigt.

„Der Wassertänzer“ von Ta-Nehisi Coates ist ein solches, aber wenn man sich diese Zeit nimmt, bekommt man ein großartiges Lesegeschenk.

Der Roman handelt von Hiram Walker, in der Sklaverei geboren, seine Mutter wurde verkauft, sein  Vater ist der Plantagenbesitzer höchstpersönlich.

Hiram ist klug und besitzt ein fotografisches Gedächtnis. Seine Intelligenz fällt auf und so erhält er sogar Schulunterricht.

Eines Tages wird er ins Herrenhaus bestellt um als Diener seines Halbbruders Maynard zu arbeiten.

Im Labyrinth, den Sklavenquartieren, lebt er mit Ziehmutter Thena und verliebt sich in Sophia.

Aus Liebe zu ihr plant er zu fliehen, gibt es doch einige Legenden über gewisse Routen.

Ich muss sagen, dass ich bei den ersten Seiten ein wenig Probleme hatte in die Geschichte reinzukommen, aber das verflog in Windeseile.

Es ist die Sprache, der Dialekt und Slang, der mich irritierte, aber durch die hervorragende Arbeit des Übersetzers Bernhard Robben, sehr herausgearbeitet wurde.

Ein stimmiger, emotionaler Roman über die brutalen Zeiten der Sklaverei, über den Underground und dessen Kampf für die Freiheit.

Coates würzt seine schonungslose Geschichte mit einem Hauch Spiritualität. Diese könnte auf einige Leser befremdlich wirken, aber wenn man sich darauf einlässt, dann ist es eine bewegende und mitreissende Reise in eine der schlimmsten Epochen der Menschheitsgeschichte.

Mehr als einmal kamen mir die Tränen.

– Der Wassertänzer –

Te-Nehisi Coates

Eine kurze Lesung:

Hiram Walker, der Sklaverei entkommen, schließt sich dem Underground an und hilft anderen Sklaven in die Freiheit.

Gemeinsam mit Raymond und Otha betreut er den Fall „Mary Bronson“.

– Die dunkle Seite des Mondes –

Martin Suter

Diogenes Backlistlesen – Leserunde No17

In dieser Runde wurde „Die dunkle Seite des Mondes“ von Martin Suter gelesen.

Kurz zum Inhalt:

Der bekannte Wirtschaftsanwalt Urs Blank, in der Midlife-Crisis, ist ein Fachmann für Fusionsverhandlungen großer Konzerne und führt sein Leben beruflich wie privat äußerst rational.

Dies ändert sich als er die junge, attraktive Lucille kennenlernt, die einen Stand mit indischen Waren, Räucherstäbchen und Tüchern auf dem Flohmarkt betreibt.

Blank beginnt eine Affäre mit ihr und eines Tages begleitet er sie zu einem „Selbsterfahrungs-Wochenende“ inklusive Pilzkonsum (Halluzinogene) aufs Land, welches er nicht so schnell vergessen wird.

Der Trip führt zu einer drastischen Persönlichkeitsänderung Blanks, in dessen Verlauf er sich zusehend aggressiver, gewalttätiger und egoistischer verhält, was ihn zu unvorstellbaren Handlungen verleitet.

Er sucht Zuflucht im Wald, ist es doch der einzige Ort an dem er zur Ruhe kommt und versucht dort die Lösung seiner Probleme zu finden.

Martin Suter hat mit diesem Buch eine spannende, humorvolle Geschichte hingelegt. Gewohnt elegant und alles sehr gut recherchiert, entführt er den Leser wieder einmal in gut betuchte Gesellschaftsschichten und schneidert eine Art Krimi drumherum.

Mir hat es wirklich Spaß gemacht diesen Roman zu lesen, weshalb ich den vielen guten Kritiken nur zustimmen kann.

– Faserland –

Christian Kracht

Faserland von Christian Krach erzählt von der Dekadenz einer Generation.

In acht titellosen Kapiteln wird durch die Augen eines namenlosen Ich-Erzählers eine Reise erzählt. Ende 20, aus reicher Familie, reist er vom nördlichen Teil in südliche Richtung durch Deutschland und weiter in die Schweiz.

Dabei stolpert er eher zufällig in diverse Situationen und Ereignisse, die ihn nicht unbedingt persönlich betreffen, aber ihm seine eigenen Probleme deutlich vor Augen führen.

Ich habe das Buch auf Grund der fabelhaften Rezension der Bookbloggerin @thegood.thebad.thebooks auf Instagram gekauft. Neben der inhaltlichen Beschreibung fiel auch die Beschreibung „universeller Weltschmerz“, die mich neugierig gemacht hat und weswegen ich den Roman letztendlich selbst lesen wollte.

– Wo sind denn all die Bienen hin? –

Julia Seal/ Lena Steinfeld

Ein tolles Buch über Freundschaft und voll mit interessantem Bienenwissen!

Die kleine Toni spielt gerne eine Forscherin zu sein, denn schließlich sind diese mutig und erleben lauter Abenteuer. Eines Tages trifft sie auf Biene Bo. Anfangs fürchtet sie sich vor der kleinen Biene, aber schließlich freunden sich die beiden an. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Bo’s Familie – alle 8962 Familienmitglieder sind nämlich plötzlich verschwunden.

Eine schöne Idee um bereits die Kleinen für die Wichtigkeit der Bienen zu sensibilisieren.

Ab 4 Jahren, Delphin Verlag, unbezahlte Werbung – selbstgekauft

– Lesemonat Juni –

  • Katya Apekina – Je tiefer das Wasser
  • Chandler Baker – Whisper Network
  • James Baldwin – Giovannis Zimmer
  • Monika Helfer – Die Bagage
  • Elena Ferrante – Der Strand bei Nacht
  • Sebastian Stuertz – Das eiserne Herz des Charlie Berg
  • Sarah-Jane Stratford – Radio Girls
  • Shakespeare – Love Poems
  • Insel-Bücherei – Liebesgedichte
  • Alex Scheffler/ Julia Donaldson – Der Grüffelo
  • Davina Bell/ Allison Colpoys – Alfie und der Clownfisch
  • Geraldine Elschner/ Lucie Vandevelde – Hundertwasser

Favourites:

(unbezahlte Werbung, selbstgekauft oder Rezensionsexemplar)

– Giovannis Zimmer –

James Baldwin

Es gibt Bücher, die sind so gut, dass ich überhaupt nicht weiß, wie ich anfangen soll sie zu beschreiben…

„Giovannis Zimmer“ von James Baldwin ist genau so ein Buch.

Gerade jetzt in Zeiten der Black Lives Matter Bewegung ist dieser Roman in neuer Übersetzung bei dtv erschienen und er ist einfach fabelhaft.

Die Geschichte spielt in den Fünfzigerjahren und handelt von David, einem Amerikaner, der in Paris lebt und eines Tages Giovanni begegnet.

Von der ersten Sekunde an, entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre zwischen ihnen, in deren Verlauf David immer wieder einen Kampf mit sich selbst ausficht; zwischen Selbsthass und seinen Gefühlen für Giovanni hin- und hergerissen.

Als dann auch noch seine Verlobte Hella aus dem Ausland zurückkehrt, spitzt sich die Lage für David immer weiter zu.

James Baldwin wird nicht umsonst als Ikone gefeiert. Und Miriam Mandelkow hat seinen wundervollen, unvergleichlichen Stil grandios übersetzt.

Poetisch, mitreissend und elegant. Baldwin hat 1956  als schwarzer Autor mit diesem Buch eine Menge aufgewirbelt in dem er über zwei weiße Homosexuelle schrieb. Der Verlag hat ihm daraufhin den Vertrag gekündigt und seine Agentin empfahl ihm das Manuskript zu verbrennen.

Zu unser aller Glück hat er das nicht getan!

Absolute Leseempfehlung und wer mehr über James Baldwin und weißen Rassismus in Amerika erfahren möchte, sollte sich unbedingt den oscar-nominierten Dokumentarfilm „I am not your negro“ ansehen!

Er ist auf der Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung kostenlos verfügbar. https://www.bpb.de/mediathek/283417/i-am-not-your-negro