– Wolfsinsel –

Lajla Rolstad

Die depressive, norwegische Autorin Lajla Rolstadt überwintert auf einer einsamen Insel in Kanada, während sie auf Hütten aufpasst und die Wildnis direkt vor der Haustür hat – und das alles mutterseelenallein, bis auf ein paar Wölfe, die bei Ebbe hin und wieder auf die Insel kommen.

Der nächste Laden ist eine Stunde Fußmarsch entfernt, die Nachbarn mit zwei Stunden Autofahrt noch weiter weg.

Zwischen Hausmeistertätigkeiten und dem Winter Kanadas, bleibt unter anderem Zeit für Freundschaften, Festivals und sogar schreckliche Beziehungen, die dann über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt sind.

In ruhigen, poetischen Worten beschreibt die Autorin hier Selbstfindung und Therapie á la Survival-Trip.

Ein wenig monoton wird es auf Dauer schon, doch die Natur- und Wildnisbeschreibungen sind ein wahrer Genuss und lassen einen über gewisse Längen in der Erzählung hinwegsehen.

(Vielen Dank an RandomHouse für das Rezensionsexemplar)

– Die Kakerlake –

Ian McEwan

Eine Kakerlake findet sich eines Morgens in einen Menschen verwandelt. Und nicht nur in irgendeinen, sondern in den Premierminister Großbritanniens!

Bei den Amtsgeschäften in der Downing Street, erkennt er in den Politikerkreisen seine Artgenossen und so nimmt die Satire ihren Lauf.

McEwan findet in diesem Buch seinen Weg den Brexit zu kommentieren. Johnson, Trump sowie andere sind deutlich zu erkennen und werden hier auf den Punkt gezeichnet.

Die Parallelen zur aktuellen Thematik und den Persönlichkeiten ließe einen laut auflachen, wenn es nicht so bitter und nah an der Realität wäre.

– Ich und meine Mutter –

Vivian Gornick

„Ein amerikanischer Klassiker. Kaum mit Worten zu sagen, wie überragend gut dieses Buch ist.“ (The Washington Post)

Und wie recht sie haben. Ich habe das Buch wirklich über alle Maßen genossen.

Die Autorin beschreibt hier eine Mutter-Tochter-Beziehung in allen Facetten. Laut, leise, wütend, liebevoll, sprudelnd und still.

Vivian Gornick erzählt die Geschichte ihres Lebens in so phänomenalen Worten und schafft auf diese Weise Bilder beim Leser, die er kaum für möglich hielt.

Eine so glaubwürdige und unkonventionelle Autobiografie habe ich noch nie gelesen.

Prima! Ganz klare Leseempfehlung!

(Vielen Dank an RandomHouse für das Rezensionsexemplar)

– Nemesis –

Philip Roth

Was für ein Roman! Das Philip Roth ein wahrer Meister seines Fachs war, bleibt unbestritten. Dennoch hielten sich positive und negative Kritik die Waage wenn es um „Nemesis“ ging.

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass mich das Buch von Anfang bis Ende gefesselt hat.

Roth beschreibt den ambitionierten Trainer Bucky Cantor der in einem jüdischen Viertel als Sportlehrer arbeitet, während um ihn herum die große Polioepidemie grassiert. Das Ganze spielt sich 1944 ab, als es noch keine Impfstoffe dagegen gab und man eine Menge Opfer zählte.

Der Autor lädt uns ein zur Selbstreflexion, der Bewertung von Schuld und Unschuld, sowie der großen Frage ob alles nur ein Zufall oder von einem Gott gelenkt ist.

Philip Roth zeigt hier wieder einmal eindrucksvoll was für ein versierter Erzähler er war. Wunderbare Sprache!

– Meine ersten KITA – und Kindergarten Geschichten –

Ravensburger (ab 2 Jahren)

DAS ist eines der Lieblingsbücher der Twins überhaupt!

Darin sind 14 kleine Geschichten aus dem Kita- und Kindergartenalltag in liebevollen Worten erzählt.

Altersgerecht werden moralische Werte und gesellschaftliche Umgangsformen vermittelt. Meine Mädchen gehen seit November 2019 in den Kindergarten und es macht ihnen riesigen Spaß. Nichtsdestotrotz können sie gar nicht genug von den Geschichten bekommen!

Unser Kindergarten hat übrigens für das aktuelle Kindergartenjahr das Motto „Märchen“ – ideal also für meine beiden Bücherwürmchen!

– Das Hotel New Hampshire –

John Irving

Wieder einmal ein typischer John Irving.

Dieses Buch ist voller skurriler Begebenheiten, kunterbunten Figuren und einer bewegenden Familiengeschichte.

Gewohnt ironisch und verzerrt überzeichnet Irving gesellschaftliche Themen und Tabus, schreibt über Homosexualität, Verlust, starke Frauen und erschafft dadurch die bizarren Geschichten, für die er bekannt ist.

Bei seinen Werken scheiden sich die Geister. Auch in dieser Leserunde bei #diogenesbacklistlesen (Facebook) gab es zwei Fraktionen – diejenigen, die begeistert sind und jene, die das Buch abgebrochen haben. Aber auch eine Menge verschiedener Meinungen dazwischen.

Frühkindliche Leseförderung

Aktuelle Zahlen

Das sind erschreckende Zahlen:

Laut aktueller Studie, die am 01. November 2019 in Berlin vorgestellt wurde, lesen vor allem Eltern mit formal niedriger Bildung zu selten oder nie vor (51 Prozent), genauso wie Eltern, die einen Migrationshintergrund haben.

Kindern wird ebenfalls tendenziell zu wenig vorgelesen, wenn die Familie in einer Großstadt lebt, die Kinder viele Geschwister haben und das Haushaltseinkommen niedrig ist.

Die Vorlesestudie 2019 hat zudem herausgefunden, dass berufstätige Mütter mehr vorlesen als nicht berufstätige. Im Vergleich lesen 27 Prozent berufstätiger Mütter zu selten vor, bei den nicht berufstätigen sind es 39 Prozent.

Die Erklärung der Studie: Berufstätige Mütter haben zwar stärker begrenzte Zeiten mit ihrer Familie bzw. ihren Kindern, sie nutzen diese Zeiten aber gezielter und intensiver.

Übrigens: Väter sind weiterhin Vorlesemuffel. 58 Prozent von ihnen lesen selten oder nie vor.

Quelle: ZDF Heute – Vorlesen 2019 https://www.zdf.de/nachrichten/heute/vorlesestudie-2019-warum-vorlesen-mehr-als-vor-lesen-ist-100.html

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