Diesen Satz habe ich in der Story eines Bloggers gelesen und wusste, ich muss dieses Buch lesen.
Die Rede ist von „Land in Sicht“ von Ilona Hartmann. Es geht um Jana, die sich für eine Woche auf die MS Mozart zur Donauschifffahrt bucht. Sie will ihren Vater kennenlernen, der der Kapitän des Donaudampfers ist.
Sarkastisch und irre komisch beschrieben, schlittert Jana von einer witzigen Begebenheit zur anderen. Die Gedankengänge der Protagonistin sind herrlich!
Ich habe stellenweise soooo sehr lachen müssen, weil ich schon mehrfach solchen Schifffahrten beiwohnen musste.
Die Autorin hat die Atmosphäre und den Zustand des Schiffes mit unfassbarer Genauigkeit eingefangen…köstlich!
Ich fand „Jenseits der Erwartungen“ wirklich sehr spannend.
Richard Russo schafft wunderbare Charaktere und verpackt in der Tat alles äußerst fesselnd in diesem 400 Seiten-Roman.
Das Buch handelt von Lincoln, Teddy und Mickey, die früher gemeinsam auf dem Minerva College studierten und sich Jahrzehnte später auf Martha’s Vineyard wiedersehen.
Gemeinsam mit Jacy, dem Schwarm aller drei Männer, nannten sie sich die vier Musketiere, bevor diese damals vor 40 Jahren spurlos verschwand. Niemand konnte sich einen Reim darauf machen, was mit ihr geschah.
Als sich die drei Männer Jahre später in Lincolns Haus treffen, haben sie längst ihre Wege gefunden, Familien gegründet und ihre Leben gemeistert.
Überschattet wird das Ganze nur von der Frage, wo Jacy abgeblieben ist.
Lincoln beginnt zu forschen und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit.
Jenseits der Erwartungen ist ein intelligent erzählter Roman, der durch eine hervorragende Charakterzeichnung besticht – Russos Markenzeichen wie ich finde.
Die Figuren sind fabelhaft komplex und interessant ausgelegt. Russo setzt sich mit einer Menge guter Fragen auseinander und schreibt über das Alter, das Leben und wodurch es beeinflusst wird. Sind Lebenswege vorgezeichnet oder werden sie durch Einflüsse wie Herkunft, Geld oder Glück bestimmt?!
Es lässt sich wunderbar flüssig lesen, was wir sicherlich der guten Übersetzungsarbeit von Monika Köpfer zu verdanken haben.
Mit Sicherheit ist mein Leseeindruck stark subjektiv, denn ich bin ein Richard Russo – Fangirl. 😉 Aber er schreibt wirklich toll. Überzeugt Euch selbst!
Die Geschichte handelt von der jungen Natsuki, die sich in ihre Fantasiewelt flüchtet um mit der Realität fertig zu werden.
Ihr Leben ist gespickt mit emotionalem Missbrauch durch Mutter und Schwester, die sie permanent niedermachen und ihre Launen an Natsuki auslassen.
In der Schule erhält sie von einem Lehrer ungewollt Nachhilfe in Fellatio. Ihre Mutter glaubt ihr kein Wort und macht sie dafür verantwortlich, schließlich sei sie offenbar verdorben.
Einzig in der inzestiösen Beziehung zu ihrem Cousin Yu, den sie einmal jährlich zum Familientreffen sieht, findet sie ein wenig Zuflucht vor der harten Wirklichkeit und dem Erwartungsdruck der japanischen Gesellschaft, die sie mit Drill und harter Hand zu einer Gebärmaschine erziehen möchte, damit sie mehr Menschen für „die Fabrik“ produziert…
…wer denkt, dass das schon harter Stoff ist – es kommt noch härter!
Das Seidenraupenzimmer ist eines der skurrilsten, krassesten und teils kränksten Bücher, die ich je gelesen habe.
Rein optisch spiegelt der Roman den Inhalt überhaupt nicht wieder. Bitte nicht täuschen lassen und sich wirklich auf alles gefasst machen.
Nichts für schwache Nerven und Mägen…
Es wird mich mit Sicherheit noch lange beschäftigen.
Russo zeigt hier wieder einmal seine große Begabung: humorvolle Gesellschaftskritik, bissig und äußerst realistisch.
In dieser Parabel nimmt er sich keinen anderen als den President of the United States höchstpersönlich vor – ohne ihn einmal direkt zu erwähnen.
Er zeichnet eine kleine und mehr als glaubwürdige Geschichte um die amerikanischen Intellektuellen David und Ellie, die mit der Wahl von dem „orangefarbenen Mann“ in eine völlig neue Lebenssituation hineingeraten. Das Ehepaar, ihre Beziehung zu Freunden und ihr geliebtes Amerika – alles scheint sich verändert zu haben und das nicht zum Guten.
Seit der Wahl dieses unseriösen Typen ist die K**** am Dampfen…in mehrfacher Hinsicht.
Eindringlich, hochpolitisch und mit scharfzüngigem Wortwitz. Einfach klasse!
Sucht ihr noch eine Urlaubslektüre? Etwas leichtes und entspanntes?
Dann ist „Zwei Wochen im Juni“ von Anne Müller genau richtig!
Und darum geht es:
Ada und Toni sind beide in Gragaard an der Ostsee um nach dem Tod der Mutter das Elternhaus zu entrümpeln, damit es schnellstmöglich verkauft werden kann.
Beim gemeinsamen Ausräumen und Durchsuchen kommen nicht nur Familienstücke wieder zum Vorschein. Für die beiden Frauen bedeutet es auch eine emotionale Zeitreise in die Vergangenheit und das Schwelgen in Erinnerungen.
Die ungleichen Schwestern verbindet trotz unterschiedlicher Lebenswege dennoch ein starkes Band. Sie genießen die gemeinsamen Tage am Meer und das Zusammensein.
Die Autorin hat ein schweres Thema sehr sanft und liebevoll beschrieben. Man spürt die Verbundenheit der Protagonisten und bekommt ein Gefühl dafür, wie schwer es Kindern fällt, wenn sie den Nachlass ihrer Eltern regeln müssen.
Doch dieser Familienroman ist nicht wirklich traurig sondern eher ein zärtlicher Abschied.
Ein Buch, welches mit mein Leben lang begleiten wird.
Dieses Essay in Form zweier Briefe ist so gewaltig und hat bis heute nichts an Gültigkeit und Aktualität eingebüßt.
Rassismus ist allgegenwärtig und diese kraftvollen Zeilen sind eine Art schriftlicher Befreiungsschlag im Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen in der amerikanischen Gesellschaft.
Baldwin schreibt einen Brief an seinen Neffen, in dem er die Zustände der schwarzen Bevölkerung seit der Sklaverei bis zur Gegenwart anklagt.
Im zweiten Brief erzählt er autobiografisch. Er berichtet über seine Kindheit in Harlem, der Kirche und von der Bedrohung durch rassistische Angriffe und die alltäglichen Erfahrungen im Ghetto.
Mary, jüngste von vier Töchtern, kennt nur das harte, entbehrungsvolle Leben auf dem Bauernhof.
Der Vater lässt die gesamte Familie schwer schuften und ist allgemein kein angenehmer Zeitgenosse.
Eines Tages trifft Marys Vater mit dem hiesigen Pastor eine Abmachung. Sie wird als Pflegekraft ins Pfarrhaus geschickt und muss sich dort um dessen herzkranke Ehefrau kümmern.
Also verlässt Mary den Familienhof und leistet der kranken Pfarrersfrau Gesellschaft. Mit ihrer unverblümten, ungebildeten aber sehr ehrlichen Art, eckt sie zu Anfang stark an, doch lernt sie auch Wärme und Güte kennen – etwas für sie völlig Neues.
Viel mehr möchte ich nicht mehr über den Inhalt preisgeben – nur soviel: mich hat das Ende richtig überrascht.
Mary ist hier die Ich-Erzählerin und berichtet in knappen Worten und ohne jeglichen Schnörkel von ihren Erlebnissen.
Die einfach gehaltene Sprache unterstreicht noch die Geschichte des ungebildeten Bauernmädchens, welches aus ärmsten Verhältnissen stammt und nichts anderes als Plackerei auf dem Feld kennt.
Mit nur 200 Seiten ist das Buch schnell gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen und bleibt mir gewiss noch einige Zeit im Gedächtnis.