Gastartikel // Über Bücher zu bloggen bringt zwar kaum Geld, doch berufliche Chancen — Book Broker

„Bisher kann kein einziger Buchblogger von seiner Arbeit leben. Entwicklungen zu einer Monetarisierung von Literatur-Blogs oder Buch-Podcasts werden seit Jahren prognostiziert, sind jedoch nicht abzusehen.“ So formuliert Miriam Zeh das Fazit zur Litblog-Convention 2019 in Köln und trifft dabei einen Nerv. Während Influencer aus anderen Branchen bereits selbstständig tätig sind, ist dies den meisten BuchbloggerInnen […]

Gastartikel // Über Bücher zu bloggen bringt zwar kaum Geld, doch berufliche Chancen — Book Broker

– Verfall und Untergang –

Evelyn Waugh

Passend zu unseren „Twenties“ haben wir in der Lesegruppe (#diogenesbacklistlesen/ Facebook) etwas aus den letzten 20er Jahren gelesen.

Es wurden folgende Adjektive in den Diskussionsbeiträgen verwendet:

  • skurril
  • überdreht
  • überspitzt
  • aktuell
  • sensationsgierig
  • irre
  • wie im Rausch
  • satirisch
  • absurd
  • nüchtern
  • abgebrüht
  • versnobt
  • selbstbezogen
  • oberflächlich
  • bissig

Ich zitiere: „Satire auf den englischen Snobismus mit ernsten Einschüben.“

Liest sich in einem Rutsch wunderbar weg und ist etwas solides für zwischendurch.

– Rückkehr nach Old Buckram –

Phillip Lewis

Rückkehr nach Old Buckram ist ein ganz besonderes Buch.

Sehr langsam führt der Autor den Leser an die Geschichte heran und offenbart erst zum Ende hin das Ausmaß des Familiendramas.

Der Roman ist gefüllt mit der Liebe zu Literatur und zur Schriftstellerei. All dies erfahren wir durch die Lebensgeschichte des jungen Henry und der schwierigen Beziehung zu seinem Autorenvater, die es aufzuarbeiten gilt.

Eine Geschichte über Einsamkeit der Menschen und die Probleme des Lebens, angesiedelt in den Bergen North Carolinas.

Viel mehr möchte ich gar nicht verraten. Unbedingt lesen und genießen!

(Danke an RandomHouse für das Rezensionsexemplar)

– Wolfsinsel –

Lajla Rolstad

Die depressive, norwegische Autorin Lajla Rolstadt überwintert auf einer einsamen Insel in Kanada, während sie auf Hütten aufpasst und die Wildnis direkt vor der Haustür hat – und das alles mutterseelenallein, bis auf ein paar Wölfe, die bei Ebbe hin und wieder auf die Insel kommen.

Der nächste Laden ist eine Stunde Fußmarsch entfernt, die Nachbarn mit zwei Stunden Autofahrt noch weiter weg.

Zwischen Hausmeistertätigkeiten und dem Winter Kanadas, bleibt unter anderem Zeit für Freundschaften, Festivals und sogar schreckliche Beziehungen, die dann über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt sind.

In ruhigen, poetischen Worten beschreibt die Autorin hier Selbstfindung und Therapie á la Survival-Trip.

Ein wenig monoton wird es auf Dauer schon, doch die Natur- und Wildnisbeschreibungen sind ein wahrer Genuss und lassen einen über gewisse Längen in der Erzählung hinwegsehen.

(Vielen Dank an RandomHouse für das Rezensionsexemplar)

– Die Kakerlake –

Ian McEwan

Eine Kakerlake findet sich eines Morgens in einen Menschen verwandelt. Und nicht nur in irgendeinen, sondern in den Premierminister Großbritanniens!

Bei den Amtsgeschäften in der Downing Street, erkennt er in den Politikerkreisen seine Artgenossen und so nimmt die Satire ihren Lauf.

McEwan findet in diesem Buch seinen Weg den Brexit zu kommentieren. Johnson, Trump sowie andere sind deutlich zu erkennen und werden hier auf den Punkt gezeichnet.

Die Parallelen zur aktuellen Thematik und den Persönlichkeiten ließe einen laut auflachen, wenn es nicht so bitter und nah an der Realität wäre.

– Ich und meine Mutter –

Vivian Gornick

„Ein amerikanischer Klassiker. Kaum mit Worten zu sagen, wie überragend gut dieses Buch ist.“ (The Washington Post)

Und wie recht sie haben. Ich habe das Buch wirklich über alle Maßen genossen.

Die Autorin beschreibt hier eine Mutter-Tochter-Beziehung in allen Facetten. Laut, leise, wütend, liebevoll, sprudelnd und still.

Vivian Gornick erzählt die Geschichte ihres Lebens in so phänomenalen Worten und schafft auf diese Weise Bilder beim Leser, die er kaum für möglich hielt.

Eine so glaubwürdige und unkonventionelle Autobiografie habe ich noch nie gelesen.

Prima! Ganz klare Leseempfehlung!

(Vielen Dank an RandomHouse für das Rezensionsexemplar)

– Nemesis –

Philip Roth

Was für ein Roman! Das Philip Roth ein wahrer Meister seines Fachs war, bleibt unbestritten. Dennoch hielten sich positive und negative Kritik die Waage wenn es um „Nemesis“ ging.

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass mich das Buch von Anfang bis Ende gefesselt hat.

Roth beschreibt den ambitionierten Trainer Bucky Cantor der in einem jüdischen Viertel als Sportlehrer arbeitet, während um ihn herum die große Polioepidemie grassiert. Das Ganze spielt sich 1944 ab, als es noch keine Impfstoffe dagegen gab und man eine Menge Opfer zählte.

Der Autor lädt uns ein zur Selbstreflexion, der Bewertung von Schuld und Unschuld, sowie der großen Frage ob alles nur ein Zufall oder von einem Gott gelenkt ist.

Philip Roth zeigt hier wieder einmal eindrucksvoll was für ein versierter Erzähler er war. Wunderbare Sprache!

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