– Daheim –

Judith Hermann

Eine Frau wagt in der Mitte ihres Lebens einen Rückblick. In ihrer Erinnerung findet sie zurückliegende Begegnungen wie die mit einem Zauberer, für den sie in seiner Show als Assistentin um die Welt reisen sollte.

Stattdessen heiratete sie Otis und bekam Tochter Ann. Als diese auszieht, verlässt die namenlose Ich-Erzählerin ihren Mann.

Fortan lebt sie zurückgezogen an der Küste, arbeitet als Kellnerin in der Kneipe ihres älteren Bruders, der zu ihrer Verwunderung mit der 20jährigen Nike eine Beziehung führt.

In Arild, dem örtlichen Eigenbrötler, findet sie einen fähigen Liebhaber weniger Worte. Dieser hat eine Schwester, die ungezwungene Mimi, mit der die Protagonistin eine nachbarschaftliche Freundschaft eingeht.

“Daheim” von Judith Hermann ist ein Roman, der scheinbar keine Handlung hat. Vielmehr transportiert er meiner Meinung nach eher ein Gefühl der Leere, Suche nach Nähe. Alle Figuren scheinen emotional verkümmert zu sein. Sie leben dort draußen, in der kargen Landschaft am Meer und leben doch nur aneinander vorbei. Hier und da streifen sie sich, doch sind sie alle gefangen in ihrer Unfähigkeit und Isolation.

Die spröden, hypnotischen Zeilen haben mich sehr gefesselt, aber ich bin mir ziemlich sicher dies ist ein Buch, welches vielen Lesern Probleme bereiten kann.

Niemand ist tatsächlich sympathisch, Chancen werden einfach nicht ergriffen, alle kreisen in ihrem eigenen kleinen Kosmos umher.

Für mich ein Roman zum Verweilen und Eintauchen.

Veröffentlicht von booksandtwins

Books/ Twinmom/ Reader/ Writer There's just parts of me that you can't have. No-one can.

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