– Mist, die versteht mich ja! Aus dem Leben einer Schwarzen Deutschen –

Florence Brokowski-Shekete

Wenn man sich mit dem Thema Rassismus allgemein und insbesondere in Deutschland beschäftigt, kommt man an „Mist, die versteht mich ja!  Aus dem Leben einer Schwarzen Deutschen“ von Florence Brokowski-Shekete nicht vorbei.

Die Autorin hat mich sehr schnell berührt und in ihre Lebensgeschichte hineingezogen. 

Als Kind nigerianischer Eltern, wird die kleine Flori bei einer alleinstehenden weißen Pflegemutter in Buxtehude gelassen, da beide noch studieren und sich nicht selbst kümmern können.

Später nehmen die Eltern sie wieder nach Lagos/Nigeria mit und dort muss sie in einem Land leben, dessen Sprache, Bräuche und sogar leibliche Familie sie nicht kennt.

Ihre deutsche Pflegemutter, die sie von Anfang an liebevoll Mama nennt, versucht alles um Flori den Abschied leichter zu machen, auch wenn es der Frau selbst innerlich das Herz zerreisst. (An dieser Stelle im Buch, bin ich in Tränen ausgebrochen – Mütter eben)

Flori muss über 3 Jahre in Nigeria ausharren bis sie endlich wieder Mutter und Vater verlassen kann, um zu Mama zurückzukehren. Eine Lehrerin an der örtlichen Schule in Nigeria, hat durch ihr couragiertes Eingreifen die Eltern überzeugt, sodass sie wieder nach Deutschland darf.

Auf ihrem weiteren Lebensweg entwickelt sich Flori mit zunehmendem Alter zu Florence; einer wohlerzogenen und interessierten Frau, die die Bekanntschaft mit der deutschen Bürokratie und den Hürden für Afrodeutsche in der deutschen Gesellschaft macht.

Florence hat kein Buch mit dem Gedanken an Abrechnung geschrieben, sondern vielmehr eine Schilderung realer Tatsachen, die uns Leser*innen aufzeigen, dass Zusammenleben keine Einbahnstraße ist und wir als weiße Gesellschaft endlich den strukturellen Rassismus in unseren Reihen erkennen und bekämpfen müssen. All das ohne immer wieder die sinnlosen Debatten zu führen, ob es überhaupt Rassismus in Deutschland gibt.

Das Buch handelt von der intensiven Auseinandersetzung mit der Frage wie Identität entsteht und was wir als Gesellschaft erkennen können, wenn wir uns darauf einlassen.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Für die Leser*innen, die Happyland bereits verlassen haben und für die, die immer noch nicht glauben können, dass Alltagsrassismus existiert.

Zugänglich, berührend und unerlässlich. 

Veröffentlicht von booksandtwins

Books/ Twinmom/ Reader/ Writer There's just parts of me that you can't have. No-one can.

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