Toni Morrison

“Sonst spricht ja niemand darüber, aber im Herbst 1941 gab es keine Ringelblumen. Wir dachten damals, die RIngelblumen wachsen nicht, weil Pecola ein Baby von ihrem Vater bekommt.”
So schonungslos beginnt der Roman. Das Buch ist in vier Jahreszeiten unterteilt und beginnt im Herbst. Fragmentarisch und aus unterschiedlichen Blickwinkeln erfahren welche Auswirkungen Rassismus, Colorism und Ausgrenzung auf Schwarze Menschen hat. Welche Wunden das System den Betroffenen zufügt, weil es sie als minderwertig und schlecht erachtet und wie wenig Chancen haben aus diesem Teufelskreis auszubrechen.
Pecola Breedlove wächst lieblos und in völliger Armut auf. Aus ihrer und der Sicht anderer wird ihr Lebensweg erzählt und was sonst noch in der Kleinstadt Lorain geschehen ist.
Pecolas Mutter arbeitet im Haushalt für Weiße und kümmert sich liebevoll um deren kleine Tochter, während sie ihrer eigenen die Zuwendung versagt. Pecola wünscht sich nichts sehnlicher als selbst blaue Augen — so könnte auch sie geliebt werden, denkt sie.
Fazit:
In ihrem Debütroman von 1970, in der Neuübersetzung von Tanja Handels, sprach Toni Morrison über Themen, die bis heute leider nur wenig an Relevanz verloren haben.
Rassismus, Sexismus und patriarchale Unterdrückung sind nach wie vor sehr große gesellschaftliche Probleme und ziehen sich durch alle Lebensbereiche wie Schule, Beruf und Medizin. Was das alles bereits in Kindern und deren unschuldigen Seelen auslöst, kann man hier in detailreich ausgearbeiteter und präzise niedergeschrieben lesen.
Ich bin schon lange eine begeisterte Verfechterin von Toni Morrison und ihrem Werk welches ich uneingeschränkt empfehle. ♥️
Danke liebe Tuana (@tuanas.books )für das Buch! ♥️🌺