– Tristania –

Marianna Kurtto

„Würden die Wellen etwas fühlen, würden sie sich wundern, wenn sie auf die Insel träfen; sie haben geglaubt, der Weg wäre endlos, eigentlich sogar, ihre Welt wäre die Unendlichkeit.“

Tristan de Cunha, Oktober 1961 – eine kleine Vulkaninsel im Südatlantik.

Lise und ihr Sohn Jon leben dort ihr Leben weiter, nachdem Vater Lars die Familie verlassen hat um in England ein anderes zu führen.

Während Lise darüber nachdenkt, was zwischen ihrem Mann und ihr geschehen ist, zieht sich Jon immer mehr zurück.

Lehrerin Martha, die von ihrer Nachbarschaft als seltsam eingestuft wird, ist mit Bert verheiratet. Das Paar bleibt ungewollt kinderlos. Eine Situation, die Martha schwer belastet und unglücklich macht.

Als der Vulkan erwacht und die Bewohner:innen nach Kapstadt evakuiert werden müssen, bleibt Jon auf der Insel zurück, während sein Vater Lars sofort nach Hause eilt, als er von dem Ausbruch erfährt.

Es beginnt die Suche nach Jon, während das Leben der anderen in Kapstadt neue Wendungen nimmt.

Marianna Kurtto hat mit -Tristania- einen Nerv bei mir getroffen. Schon immer liebe ich diesen ruhigen, poetischen Grundton, der den gesamten Roman durchzieht. Schon der Prolog führt uns in diese dichte, eindringliche Geschichte über Menschen, deren Empfindungen so tief wie der Ursprung ihres Vulkans reichen. Die finnische Autorin arbeitet die Gedanken und Gefühle ihrer Figuren meisterhaft in Wellen heraus, lässt ihnen Raum und spielt so gekonnt mit den Erwartungen, dass oft schwer abzuschätzen ist, was geschehen ist oder noch geschehen wird.

Manchmal glückt Kurtto nicht jeder Vergleich, aber im Großen und Ganzen kann man darüber hinwegsehen, da sich das Leseerlebnis ansonsten wunderbar zusammenfügt.

Die Insel samt ihrer Bewohner:innen scheinen völlig aus der Zeit gefallen zu sein. Sie leben von der Fischerei, Schiffsreisen um Handel zu treiben dauern Wochen, die Zivilisation scheint in weiter Ferne zu liegen.

Ein melancholischer, lesenswerter Roman der nicht perfekt ist, aber es auch nicht sein muss um zu begeistern!

Übersetzung: Stefan Moster

Veröffentlicht von booksandtwins

Books/ Twinmom/ Reader/ Writer There's just parts of me that you can't have. No-one can.

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