– In den Wald –

Maddalena Vaglio Tanet

“Elfjährige ertränkt sich, die Lehrerin verschwindet.”

Die Lehrerin Silvia erfährt aus der Zeitung, dass sich ihre Schülerin Giovanna das Leben genommen hat. Kurz nachdem Silvia bei den Eltern angerufen hat um etwas zu besprechen, stürzte sich das junge Mädchen in den Wildbach vor ihrem Fenster.

Von Schuldgefühlen geplagt geht Silvia nicht in die Schule zurück, sondern begibt sich in den nahegelegenen Wald.

Silvia, einst ein Waisenkind, lebte im Internat und kennt die Härte, die Erwachsene Kindern entgegenbringen können. Sie versteht die jungen Schüler:innen, die regelmäßig mit blauen Flecken zur Schule kommen und möchte etwas bewirken. Niemals hätte sie gedacht, dass der Anruf bei Giovannas Eltern das Mädchen in solch eine Verzweiflungstat treibt.

Das Verschwinden Silvias besorgt die Gemeinde im Dorf und es kommt schnell zu Suchmannschaften, deren Bemühungen allerdings fruchtlos bleiben.

Während Silvia in einer Kapelle im Wald vor Kummer, Verzweiflung und Schock vor sich hinvegetiert, versuchen Silvias Angehörigen die Ereignisse zu verstehen und die Hoffnung nicht zu verlieren.

Eines Tages beschließt der asthmatische Martino, ein Schüler der kürzlich von Turin in das Dorf gezogen ist, sich selbst auf die Suche nach der Lehrerin zu begeben. Schon bald findet er Silvia in einem desolaten Zustand. Sie ringt ihm das Versprechen ab, ihren Aufenthaltsort geheim zu halten. Fortan versorgt Martino die Lehrerin mit Essen und Wasser, hadert aber immer wieder bei dem Gedanken, ob es richtig ist das Geheimnis um Silvias Versteck für sich zu behalten.

Für mich war der Roman eine Art melancholischer Waldspaziergang. Die ständigen Perspektivwechsel, die vielen Charaktere und auch Zeitsprünge haben mich dieses Buch sehr langsam, sehr aufmerksam lesen lassen. Es geht um Verzweiflung, Trauer und Schuldgefühle nach dem Verlust eines geliebten Menschen, oder eines Menschen für den man sich verantwortlich fühlt. Eine lähmende Sprachlosigkeit, die die Lehrerin in den stillen Wald flüchten lässt, in dem sie nur noch in ihrer Erinnerung zu leben scheint.

Als großer Elena Ferrante Fan habe ich mich von @literarischernerd s Empfehlung (ich glaube auch, dass es eigentlich auch nur speziell mit mir gesprochen hat) sofort inspirieren lassen und noch vor Ort bei der #muenchnerbuecherschau im #hausderkunst ein Exemplar bei der @glockenbuchhandlung gekauft.

Kleiner Tipp: Um in die Stimmung einzutauchen, habe ich über Kopfhörer Forrest Sounds gehört. Unglaublich intensiv!

Übersetzung: Annette Kopetzki

Veröffentlicht von booksandtwins

Books/ Twinmom/ Reader/ Writer There's just parts of me that you can't have. No-one can.

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