– Gesichter –

Tove Ditlevsen

Die berühmte Kinderbuchautorin Lise Mundus lebt mit Mann Gert und drei Kindern, sowie dem Hausmädchen Gitte in einem Haus.

Gert ist in zahlreiche Affären verwickelt, pflegt ebenso ein sexuelles Verhältnis zu Gitte. Grete, eine weitere Bekanntschaft hat sich mit einer Überdosis Schlaftabletten umgebracht.

Auch Lise nimmt Schlaftabletten, dämmert vor sich hin und bringt keine einzige Zeile zu Papier.

Sie hört Stimmen in den Wasserrohren, verlässt das Haus nicht mehr und driftet immer weiter in den Wahnsinn ab.

Eines Tages schnappt sie sich heimlich die Schlaftabletten, nimmt sie ein, wird aber noch rechtzeitig gerettet und in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.

Dort tritt das ganze Ausmaß ihrer Erkrankung zutage. Sie wird zunehmend paranoider, sieht in dem medizinischen Personal die “Gesichter” von Gert und Gitte, die sie und ihre literarische Arbeit als lächerlich verhöhnen.

Wer die Kopenhagen-Trilogie kennt, weiß um die Parallelen nur zu gut Bescheid.

Ein sehr bewegender Roman, der äußerst bedrückend und zugleich faszinierend präzise die Wahnvorstellungen der Protagonistin schildert. Stellenweise weiß man im ersten Moment nicht, ob es sich hierbei gerade um die Realität handelt oder Lises Verstand zunehmend völlig den Bezug dazu zu verlieren scheint.

Atmosphärisch, elegant und immer noch aktuell.

Veröffentlicht von booksandtwins

Books/ Twinmom/ Reader/ Writer There's just parts of me that you can't have. No-one can.

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